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Enchyträenzucht

 

 

Genau wie Grindalwürmer gehören die verwandten Enchytraeen (Enchytraeuis albidus) für viele Aquarianer zum Standardprogramm der Fütterung. Besonders die Züchter kommen um diese "Riesengrindal" fast gar nicht herum. Auch Halter und Züchter von Amphibien und Reptilien schätzen die Enchytraeen als einfaches und problemloses Lebendfutter. Zudem können die 'Würmchen als Übermittler von Heilmitteln, Vitaminen, Spurenelementen und Farbstoffen dienen wenn man sie kurz vorher damit gefüttert hat. Kurzum, Enchytraeen sind mehr als nur einfach Lebendfutter.

Das Anlegen einer Enchytraeenkiste

Optimal ist eine Holzkiste aus verleimten und vernagelten 1,5-2 cm starken Tischlerplatten (ggf. im Baumarkt zuschneiden lassen). Das Füllvolumen sollte nicht unter 2L liegen. Züchter sollten sich 1-3 Kisten mit 10L Volumen basteln oder besorgen. Auch BW - Munitionskisten eignen sich hervorragend. Die Kiste muss auf Füßchen stehen. Als Deckel eignet sich eine Styroporplatte.

Die Füllung sollte aus einer Mischung aus 2 Teilen Blumenerde und l Teil Sand bestehen. Die Mischung bis 2 cm unter die Abdeckung einfüllen und gut anfeuchten. 1-2 Tage sacken und evtl. abtropfen lassen und dann mit Enchytraeen animpfen. Dazu eine Starterkultur kaufen.

Eine entsprechende 2 Liter fassende Kiste ist mit vorgeschnittenen Holz in 30 Minuten fertiggestellt und kostet Sie so etwa 4 bis 5,00€

Rezept für Enchytraeen - Power-Futterbrei

Zutaten:

500 g Mohren

250 ml vipan (Sera)

250 g Baby Milchbrei - Flocken oder 1/2 Toastbrot

3-4 Schraubkappen (6-8 ml) fishtamin (schütteln !)

200 ml Bio - Joghurt oder Magerquark

3-5 Tassen warmes Wasser


Die Möhren in einer Küchenmaschine zu einem Brei zerkleinern. Währenddessen muss mit lauwarmen Wasser nach Bedarf verflüssigt werden. In das Wasser gibt man 3 - 5 ml fishtamin, eine spezielle Vitaminlösung für Fische, die von den Enchytraeen aufgenommen wird und bei deren Verfütterung an die Fische weitergegeben wird. Die Vitamine schützen außerdem das Carolin vor der Zerstörung durch Licht und Sauerstoff.

Dann das vipan zugeben (Versorgung mit Mineralien, Spurenelementen und Fettsäuren), und mindestens l Minute mixen. Dabei nach Bedarf verflüssigen. Den Joghurt und die Babybrei -Flocken in die laufende Maschine geben und mit lauwarmen Wasser wieder zu einem Brei verflüssigen. Abkühlen lassen und in flachen Behältern portioniert (ca. 1 cm hoch) einfrieren. Zum Verfüttern leicht aufgetaut auf die Kultur legen.

Je regelmäßiger und häufiger man füttert, desto größer die Vermehrungsrate. Wenn Futter verschimmelt (was bei genauer Einhaltung des Rezeptes recht lange dauert), etwas weniger füttern. Eine Fütterungspause von einigen Tagen hat keine ernsthaften Auswirkungen.

Sollten die Enchytraeen an Seewasserfische verfüttert werden, so ersetzt man bei den Zutaten vipan durch sera marin und gibt zum fertigen Brei noch l Schraubkappe (5 - 7,5 ml) marin v

(Spurenelementelösung für Niedere Tiere) hinzu.

Zur Intensivierung der Farben der fische verwendet man statt Flockenfutter ein Diskusgranulat (100 ml) oder ein Farbfutter. Dazu kann noch l gehäufter Teelöffel Paprika (edelsüß !) gegeben werden. Zur Herstellung eines farbstofffreien Futters wird das vipan durch 200 ml Diskusflocken ohne Farbzusätze ersetzt

Achtung!

Trotz dem, bei genauer Einhaltung der Zutaten, hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen, sei darauf hingewiesen, dass Enchytraeen nicht als Alleinfutter gegeben werden dürfen (je nach Fischart Verdauungs- und/oder Verfettungsprobleme), sondern höchstens 2-3 mal wöchentlich. Füttern Sie ansonsten ein, von den Inhaltsstoffen her ausgewogenes, hochwertiges Trockenfutter, da sonst Mangelerscheinungen auftreten können.

Probleme mit der Kultur

Wenn die Erde in den Ecken oder in tieferen Schichten trocken werden sollte, ist regelmäßiges Befeuchten notwendig.

Eine zu nasse oder verschlammente Kultur ist meist zu häufig gefuttert worden. Wenn der Feuchtigkeitsgrad der Erde nicht stimmt, geht auch die Vermehrungsrate zurück.

Milbenbefall mit geringem Ausmaß sollte nicht bekämpft werden. Bei zu starker Milbenvermehrung Enchytraeen füttern und dann die Kultur inklusive Futter lückenlos mit 1 - 2 cm absolut trockenem Sand bedecken und 1 Woche stehen lassen. Dann den Sand untermischen.

Verschlammte Kulturen können 1-2 mal durch Wenden des kompletten Inhalts aufgefrischt werden.

Lebens- und vermehrungsfähig ist die Enchytraeenfutter nur in einem Temperaturbereich von 10 bis ca. 22 Grad C. Die Optimaltemperatur beträgt 15 -18 Grad C.

Eine so betriebene Enchytraeenfutter ist eine Dauerkultur, die mindestens 1 Jahr regelmäßig Lebendfutter liefert, bevor sie neu befüllt werden muss.

Weitere Tipps:

Entnahme:

• Eine Glasscheibe auf die Kultur legen, die Tiere sammeln sich dort

• Die Kultur trocknen lassen, sie bilden dann kleine Ballen, die sich beim Durchkrümeln des Substrates (ich habe Blumenerde benutzt) leicht auflesen lassen

• bei Schaumstoffsubstrat die Schaumstoffscheiben über einem Kaffeefilter ausspülen

Vielfach wird empfohlen, zumindest über der Futterstelle auf die Erde eine Glasscheibe zu legen. Sie beeinträchtigt jedoch die Luftzufuhr und kann also eher nachteilig sein. Im Zweifelsfall sollte jeder selbst probieren, welche Methode für ihn die bessere ist. Vorschlag:. mit einem Stück großmaschigen Gewebes, zum Beispiel Sackleinen abgedeckt und mit einer feinen Blumenspritze angefeuchtet.