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Cherax peknyi

Der Cherax Zebra/Tiger stammt von der Insel Neuguinea. Der genaue Fundort ist unklar, wahrscheinlich aber aus der Gegend um Merauke (8° 29’ 45.03“S, 140° 29’ 38.02“O) im Süden des indonesischen Teils der Insel. Ursprünglich wurde angenommen, dass es sich beim Cherax Zebra und dem Cherax Tiger um zwei unterschiedliche Arten handelt, jedoch handelt es sich nach heutigen Erkenntnissen um eine einzige Art, welche jedoch aufgrund unterschiedlicher Fundorte unterschiedliche Farbausprägungen hervorbringt. Der Carapax kann variabel in der Farbe sein (orangebraun, dunkelblau bis schwarz mit einem orangenem Streifen hinter der Nackenfurche oder auch eine bläuliche Variante). Vor der Nackenfurche sind bläuliche oder rötliche Färbungen möglich. Die großen Krebsscheren sind cremefarben mit möglicher Blaufärbung auf der Oberseite der Scheren. Seinen deutschen Namen verdankt der Zebra/Tigerkrebs dem Pleon (Hinterleib), welcher schwarz (oder bläulich) mit schmalen hellen Streifen (Zebrakrebs) oder breiten hellen Streifen (Tigerkrebs) versehen ist.

Lateinischer Name: Cherax peknyi
(ältere Namen für diesen Krebs sind Cherax Misolicus ; vgl. auch Cherax Papuanus)

Deutscher Name: Zebra-/ Tigerkrebs

Größe: ca. 12 cm (in seltenen Fällen größer - bis 20 cm )

Alterserwartung: ca. 5 Jahre

Geschlechtsunterscheidung:
Das Männchen hat massivere, breitere Scheren und wirkt (bei mir) bulliger und insgesamt kräftiger. Die Farben beim Weibchen wirken ein wenig blasser, als beim Männchen (vgl. Bild unten, Männchen unten rechts). Wie bei allen Cheraxarten besitzt das Weibchen an der Basis des dritten Beinpaares zwei Öffnungen, die Gonoporen; das Männchen hat diese Gonoporen am letzten (hintersten) Beinpaar.


Wasserwerte:
Aufgrund des unklaren Fundortes können zu den Wasserwerten keine genauen Angaben gemacht werden. Folgende Mittelwerte haben sich jedoch bewährt:

PH: 7 – 8 (bei mir mit ~6,5 leicht sauer)
GH: ab 6° dGH (bei mir geringfügig darunter)
Temperatur: 20°C bis 25°C, die Tiere sollen auf niedrige(re) Temperaturen empfindlich reagieren.

Beckengröße:
Die Minimale Beckengröße für ein Paar ist 80 cm

Beckeneinrichtung:
Bei der Beckeneinrichtung ist darauf zu achten, dass genügend Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen, Wurzeln, Steinaufbauten vorhanden sind, die jedoch allesamt sehr gut gesichert/fixiert und gegen Einstürzen gesichert werden müssen, da die Krebse gern und ausgiebig graben. Damit liegt die Beckengestaltung auch weniger beim Pfleger, sondern hauptsächlich bei den Bewohnern. Im Boden wurzelnde Pflanzen werden zwar nicht gefressen, jedoch oft ausgegraben, so dass eine Bepflanzung schwierig wird (es gibt aber auch hier ruhige Vertreter, die den Bewuchs in Ruhe lassen). Schwimm- und frei treibende Pflanzen werden ignoriert.

Futter:
Herbstlaub stellt die Hauptfutterquelle dar,
hier im Foum kann man sich aber noch weitere Anregungen holen.

Vergesellschaftung und Verhalten:
Der Zebra/Tigerkrebs ist ein sehr zurückhaltender Pflegling, der hauptsächlich Nacht- und Dämmerungsaktiv ist. Er sollte (wenn überhaupt) mit ruhigen Fischen vergesellschaftet werden. Je weniger Gesellschaft er hat (bei mir ein einzelner Antennenwels), desto eher sieht man ihn auch Tagsüber. Eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist auch möglich und unproblematisch (bei mir werden Crystal Reds ignoriert). Männchen untereinander können sehr aggressiv sein, Pärchen hingegen sind fast zärtlich miteinander und teilen sich oft sogar eine Höhle.

Vermehrung:
Auch hier gilt: je ruhiger das Becken (möglichst Artbecken!) desto eher kommt es zum Nachwuchs. Regelmäßige Laubverfütterung und Wasserwechsel sind förderlich. Die Paarung an sich wird man wahrscheinlich nicht mitbekommen, sondern den bevorstehenden Nachwuchs erst anhand eines tragenden Weibchens erkennen. In der (temperaturabhängigen) Tragzeit von 6 bis 8 (9) Wochen lebt das Weibchen sehr zurückgezogen und lässt sich kaum blicken. Der kleinen Krebse wachsen extrem langsam.

Anmerkungen:
Wie bei allen Krebsen, ist eine Aquariumabdeckung angebracht, da sie gerne klettern und hierbei auch das Wasser verlassen. Die Abdeckung sollte beschwert werden, da die Krebse erstaunlich Kräfte entwickeln können. Wie bei allen Krebsen, kommt auch den Zebras/Tigern sauerstoffreiches Wasser sehr entgegen; daher ist ein belüftetes Becken von Vorteil.

Fazit:
Den Cherax Zebra/Tiger würde ich nicht mehr als ‚Änfängerkrebs’ bezeichen, obwohl auch er leichte Haltungsfehler verzeiht. Aufgrund seiner eher zurückgezogenen Lebensweise in Gesellschaftsbecken bietet sich für diesen Krebs ein Artbecken besonders an. Die meisten im Handel erhältlichen Tiere dürften aufgrund der politischen Instabilität seines Heimathabitates deutsche Nachzuchten sein.

Text und Foto Hauke Krubke